Die Klausdorfer Tongruben
Geomorphologie

Die Landschaft um Klausdorf und Sperenberg liegt regionalgeologisch im südlichen Teil der Teltow-Hochfläche, im Übergangsbereich zum Baruther Urstromtal (an der Station 3 der Sperenberger Gipsbrüche dieses Boden-Geo-Pfades erfahren Sie mehr zur Geologie und Bodenentwicklung).

Der Name Teltow bezeichnet sowohl eine Hochfläche als auch eine historische Kulturlandschaft. Sie gliedert sich in großflächige Niederungen (Urstromtäler), Hügelketten (Endmoränen), Platten (Grundmoränen) und Sandflächen (Sander). Etwa 50% des Teltow zählt man zu den häufig mit Talsand verfüllten Urstromtal- und Abflussbahnbereichen der eiszeitlichen Schmelzwässer. Anfänglich flossen die Schmelzwässer in Richtung Süden ins Baruther Urstromtal. Als die ursprünglichen Abflussbahnen durch Sanderablagerungen verschüttet wurden, kehrte sich die Fließrichtung nach Norden um. Der nächstgelegene große Sander erstreckt sich südlich von Klausdorf und östlich von Sperenberg bis nach Fernneuendorf ins Baruther Urstromtal (siehe auch Geologie Brandenburgs).

Weitere Überprägungen erhielt die Landschaft im eisfreien, vegetationsarmen Zustand. Aus großen Sanderflächen wurde durch starke Winde feines Material ausgeblasen und zu teilweise mächtigen Dünenformationen aufgeweht. Vermutlich bildet Material aus dem Fernneuendorfer Sander einen solchen Dünenkomplex östlich von Klausdorf und in der Ortschaft Horstwalde, südöstlich von Kummersdorf-Gut gelegen.

Die Klausdorfer Tonvorkommen verteilen sich inselartig in der vom Inlandeis geformten Hochfläche, deren höchste Erhebung die Busenberge sind (65 m über NN). Talsande eines Nebentales des Baruther Urstromtals begrenzen das Gebiet im Norden, Osten und Westen sowie eine Sanderebene im Süden.
Die bindigen Schichten der Saale- und Weichselkaltzeit bilden einen ca. 15 bis 30 m starken Schichtenkomplex. Zwischen den bindigen Schichten befinden sich zum Teil sandige Sedimente mit Mächtigkeiten bis zu 4 m, welche die Grubentiefe der Ton-Tagebaue bestimmten. Nach dem Ende der Abbautätigkeiten wurden Teile der Ton-Tagebaue mit Hausmüll und Ziegeleiabfällen verfüllt (Station 5 Deponie).

Bohr - Tiefenprofil  

 

 

 

 

In der Abbildung rechts sind die abgelagerten Sedimente anhand eines Bohr-Tiefenprofils dargestellt.

Rohstoff für die Ziegelindustrie in Klausdorf waren größtenteils geschiebearmer und stark schluffiger Geschiebemergel sowie Bändertone/Bänderschluffe (Eisstauseesedimente), die saalekaltzeitlichen Ursprungs sind. Der stark schluffige Geschiebemergel überlagert die Eisstauseesedimente in einer Mächtigkeit von 5 bis 6 m.

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